DIY Gelli Plate und erste Versuche damit

Schon seit einiger Zeit habe ich immer mal wieder Bilder bei Pinterest gesehen, die mit „Gelli Plates“ gedruckt wurden und welche mir auch gut gefallen haben. Bin ja immer auf der Suche nach neuen Gestaltmöglichkeiten für meine Art Journal-Hintergründe…

Als ich dann aber bei Amazon gesehen habe, was die Original Gelli Plate kostet, hatte ich das Thema eigentlich schon abgeschrieben. Dann hat Melli mir aber erzählt, dass sie im Internet schon viele selbstgemachte Gelli Plates gesehen hat.

Also hab ich mich bei Youtube auf die Suche nach entsprechenden Videos gemacht und fand das von Edie Cournoyer recht gut. Hatte zwar auch nach deutschen Seiten mit Rezepten gesucht, da die aber von den angegebenen Mengen so enorm von den amerikanischen abgewichen sind, habe ich mich dann doch an Edie orientiert.

Das Rezept hab ich dann aber doch etwas umgestellt, was aber eher zufällig als geplant kam. Zum einen hab ich nach dem Einkaufen gemerkt, dass ich ein Päckchen Gelatine zu wenig hatte und ich hatte vor dem Einkaufen nicht die Cups umgerechnet, so dass ich dann letztendlich zu wenig Alkohol hatte. Aber Edie sagt ja in ihrem Video, dass man den Alkohol auch komplett weglassen könnte, von daher hab ich entschlossen, Edies Verhältnis von Alkohol und Glyzerin zu tauschen. Und da das alles perfekt funktioniert hat, teile ich jetzt hier mit euch mein Rezept:

6 Päckchen Gelatine
1/2 Cup (120ml) 70% Alkohol
1 Cup (240ml) Glyzerin
1 1/2 Cup (360ml) kochendes Wasser

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Das Glyzerin und den Alkohol bekommt ihr in der Apotheke.

Während ich das Wasser im Wasserkocher gekocht habe, habe ich in einer Schüssel die Gelatine in dem Alkohol und dem Glyzerin aufgelöst. Das klumpt im ersten Moment, aber mit dem Schneebesen kriegt man das komplett aufgelöst. Dann habe ich das kochende Wasser dazu geschüttet und alles verrührt. Anschließend habe ich alles in eine alte Auflaufform geschüttet, die ich eh nicht mehr genutzt habe.

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Wie man sieht, habe ich beim Umschütten meine Holzplatte ein bisschen eingesaut… Wenn euch sowas passiert, dann macht das gleich sauber, so dass die Gelatine nicht fest wird. Das gleiche rate ich euch für die Schüssel und den Schneebesen. Aber mit heißem Wasser und einem Schwamm ist das kein Problem.

Die Auflaufform mit der Gelatinemasse kommt dann in den Kühlschrank, wo sie mindestens 3 Stunden stehen sollte.

Ganz gespannt hab ich nach der Zeit den Kühlschrank aufgemacht, um meine Gelli Plate anzuschauen. Und wie ja schon geschrieben, hat mein Rezept perfekt funktioniert. Die Masse ist schön fest geworden und fühlt sich sehr lustig an. Ich würde es mit Silikon vergleichen. Also nicht glitschig oder so… Bitte die wechselnden Lichtverhältnisse auf den Fotos ignorieren, die wurden alle zu unterschiedlichen Tages-/Abendzeiten gemacht…

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Hab dann mit einem Messer die Gelli Plate von der Auflaufform gelöst und bin dann vorsichtig mit dem Messer in einer Ecke unter die Gelli Plate gegangen. Sobald man an einer Ecke etwas Luft zwischen Gelli Plate und Auflaufform bekommen hat, kann man die Plate ganz einfach aus der Form raus heben.

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Da es dann schon sehr spät war, hab ich die Gelli Plate dann doch erst heute ausprobiert (daher wieder neue Lichtverhältnisse). Wie man sieht, war mein Tim Holtz Craft Sheet nicht wirklich sauber, was später noch ein Thema wird…

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Hab mir dann Acrylfarben geholt und hab sie auf die Gelli Plate getropft.

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Dann hab ich die Farbe mit einem Brayer gleichmäßig verteilt.

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Mit einem geriffeltem Teigschaber hab ich dann ein Muster in die Farbe gekratzt.

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Um noch ein weiteres Muster aufs Bild zu bekommen, hab ich dann noch eine Schablone auf die Gelli Plate gelegt.

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Da ich mir nicht sicher war, ob das Muster deutlich genug wäre, wenn ich die Schablone nur einmal auf die Farbe gedrückt hätte, hab ich die Schablone einfach drauf liegen lassen, das Papier oben drauf gelegt und hab dann mit dem Brayer überall über das Papier gerollt.

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Und voilá, hier ist mein erster Druck!

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Von der Farbe her hat es für insgesamt drei Bilder gereicht.

Damit die Farbe nicht auf der Schablone und dem Teigschaber trocknet und dann nicht mehr abgeht, hab ich mich dann erstmal um die Reinigung dieser beiden gekümmert. Und hab mir dann die Gelli Plate vorgenommen. Im Internet habe ich gelesen, dass sich desinfizierendes Handgel (gibts beim dm von verschiedenen Marken) sehr gut zum Reinigen der Gelli Plate eignet.

Also hab ich einige Tropfen davon auf die Gelli Plate gegeben und dann mit Küchenrolle sauber gemacht…

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Und wie man sieht, auf der Oberfläche hat es perfekt funktioniert. Allerdings hat der Untergrund der Gelli Plate etwas die Farbe von meinem Craft Sheet aufgenommen. Aber das hab ich dann auch noch sauber gemacht.

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Nach dem Gebrauch, hab ich die Gelli Plate wieder in die Auflaufform gegeben und zurück in den Kühlschrank gestellt. Ich werde euch hier auf dem Laufenden halten, ob diese Gelli Plate tatsächlich „dauerhaft“ verwendbar ist, oder ob sie doch irgendwann kaputt geht.

Wenn ihr euch auch eine Gelli Plate machen möchtet, hoffe ich, dass mein Post euch eine Hilfe dabei sein wird!

Eure

Steffie

How to: Eine Seite „altern“ lassen mit Tee

Als ich heute eine Seite für mein „December Daily“ gemacht habe, dachte ich mir, dass es sich doch anbieten würde, daraus meinen ersten „How to“-Beitrag für meinen Kreativ-Blog zu machen.

Und zwar wollte ich ein Blatt Papier altern lassen. Hier eine Beschreibung, wie ich das gemacht habe…

Für diese Methode kann man jedes beliebige Papier hernehmen. Ich habe gewöhnliches Kopierpapier genommen.

Wenn etwas auf das Papier geschrieben werden soll, dann macht das auf jeden Fall bevor ihr mit dem „altern“ beginnt. Denn danach ist das Papier etwas uneben und angeraut und die Tinte würde dann nicht mehr so gut haften.

Anschließend knüllt ihr euer Papier zu einem Ball zusammen und streicht es danach wieder glatt.

Dann legt ihr das Papier in eine flache Auflaufform.

Dann heizt ihr schon mal den Backofen auf 100°C vor und macht den Rost in die mittlere Schiene.

Danach kocht ihr 500ml Wasser (braucht ihr aber nicht alles) mit dem Wasserkocher (oder auf dem Herd, oder wie ihr halt wollt).

Gebt dann 3-5 Beutel Schwarztee in eine Schüssel und übergießt sie mit dem Wasser. Je mehr Teebeutel ihr nehmt, umso dunkler wird die Färbung des Papiers. Lasst den Tee für 5 bis 10 Minuten ziehen.

Gießt dann langsam den Tee in die Auflaufform. Wie gesagt, ihr braucht nicht alles, sondern nur einen geringen Teil (könnt also auch noch etwas von dem Tee trinken, er könnte allerdings etwas stark sein 😆 ).
Ihr braucht nur so viel Tee, dass er das Papier komplett bedeckt. Sollte sich an einer Stelle ein „Pool“ bilden, etwas Tee abgießen, so dass sich kein Loch bildet.
Ihr könnt auch mehrere Blatt Papier auf einmal färben. Hierfür einfach dann (ähnlich wie beim Lasagne machen) immer eine Schicht Papier und eine Schicht Tee abwechseln lassen.

Um zu kontrollieren, ob das Papier den Tee komplett aufgesaugt hat, eine Ecke hochheben und schauen, ob das Papier komplett durchtränkt ist.

Anschließend das Papier für mindestens 5 Minuten im Tee liegen lassen.

Danach mit dem Finger am Rand des Papiers entlang reiben, so dass es etwas einreißt und noch älter aussieht. Wenn ihr kleine Löcher auf dem Papier haben wollt, könnt ihr auch auf der Fläche vom Papier mit dem Finger drüber reiben.

Schiebt dann die Auflaufform mit dem Papier und dem Tee in den Backofen und belasst es dort für ca. 5 Minuten.

Nachdem ihr die Auflaufform wieder aus dem Ofen geholt habt, gießt ihr den Tee ab und holt das Papier mit einem Pfannenwender vorsichtig aus der Auflaufform heraus. Legt das Blatt Papier auf einen flachen Untergrund zum Trocknen.

Da ich dazu neige etwas ungeduldig zu sein, beschleunige ich den Trockenprozess mit meinem „Heating Tool“, ihr könnt aber auch einen Föhn nehmen oder das Papier eben an der Luft trocknen lassen. Hierfür eventuell etwas schweres auf die Ecken legen, dass sich das Papier nicht einrollt.

Wenn ihr an manchen Stellen noch dunklere Flecken haben wollt, könnt ihr diese noch mit den nassen Teebeuteln direkt bearbeiten.

Danach ist das Papier eigentlich auch schon fertig…

Ich bin noch an den Kanten mit dem „Old Paper“ Stempelkissen von Distress Ink entlang gegangen.

So, fertig! 😀 Ich hab das Papier noch mal auf ein weißes Kopierpapier gelegt, dass man den Unterschied gut sieht!

Dann wünsche ich euch mal viel Spaß beim Nachmachen! 🙂

Steffie